REZENSION

JUMPKINS

  • Genre: Kinder-/ Familienspiel
  • Jahr: 2020
  • Verlag: HUCH!
  • Autor: Michael Feldkötter
  • Grafik: Fiore GmbH
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Dauer: ca. 20 Min.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Initiativlevel: 6/10

Heuschrecken als Hochstapler

 

Den Preis für den flachsten Wortwitz hat „Jumpkins“ schon mal sicher: In der Vorgeschichte wird erzählt, wie eine gewisse Heuschrecke namens Forrest Jump (!) mit ihren Kumpels den Nachmittag auf einer Wiese abhängt, um dann zu beschließen, auf einer Insel im Tümpel einen Wettbewerb auszurufen, bei dem es darum geht, möglichst viele Artgenossen huckepack zu einem Turm aufzustapeln.

REGELN

Der Unterteil der Spielschachtel bildet die Spielfläche, die rundherum aus einem Graben, sowie im Inneren aus der sogenannten Insel besteht. Jeder Spieler erhält acht Gerätemarker, mit denen im Spielverlauf der Absprung der Heuschreckenwürfel bestimmt wird, sowie einen Joker. Die Punkteplättchen werden bereitgelegt und der Ameisenhaufen (aus Gummimaterial) auf die Insel gestellt, ehe die sieben identischen Würfel – auf jeder Seite ist jeweils ein anderes Insekt abgebildet – auf einmal von oben in die Schachtel geworfen werden. Der Spieler darf nun gleiche Insekten aufeinander stapeln und dabei entscheiden, welchen Würfel er auf welchen anderen Würfel stapelt. Damit hat die Hochstapelei auch schon begonnen! 


Jeder Zug beginnt nun damit, dass man sich zunächst für ein Absprunggerät entscheidet. Denn die Jumpkins-Würfel können auf viererlei Weise ins Spiel gebracht werden. Da wäre zum einen die Blattrampe, ein schmales Stück Pappe, das auf der Oberseite in die Spielschachtel eingehakt werden kann. Mit einem Schnippen wird der Würfel über die Rampe in die Schachtel befördert. Beim zweiten Absprunggerät, dem Baumstumpf, wird eine längliche Säule aus Kunststoff so aufgestellt, dass der Würfel aus ein paar Zentimetern Distanz auf die Insel geschnippt wird. Ein praktischer Abstandhalter sorgt dabei immer für die selbe Entfernung. Als dritte Möglichkeit kann man sich für den Moosschwamm entscheiden, dessen weiche Oberfläche dafür sorgt, dass der Würfel abprallt und dann im hohen Bogen in die Schachtel gelangt. Und schließlich gibt es noch den Ameisenhaufen, der sich mitten auf der Insel befindet. Hierbei wird der Würfel einfach von oben fallengelassen und plumpst dann in die Schachtel. Die Geräte fallen dabei nicht nur durch ihren individuellen Eigenheiten, sondern auch durch ihre Funktionalität auf. Soll heißen: Sie funktionieren auch so, wie man es sich vorstellt.


Nach einem Wurf sind dann verschiedene Möglichkeiten denkbar: Landet der Würfel außerhalb der Spielschachtel oder bleibt er auf dem Ameisenhaufen liegen, ist mit dem bereits gespielten Würfel ein zweiter Wurf möglich. Landet er im Graben, ist der Zug vorbei und der nächste Spieler kommt an die Reihe. Man kann dann jedoch immer noch einen der noch vorhandenen Gerätemarker gegen einen neutralen Joker eintauschen und somit später erneut sein Glück versuchen. Diese Sonderregel sorgt dafür, dass man durchaus auch mal daneben werfen kann, ohne einen Marker zu verbrauchen und dadurch einen Zug zurückzuliegen.


Landet der Würfel auf der Insel und zerstört einen oder mehrere Türme, werden alle einzelnen Würfel aus dem Spiel genommen und nur Würfeltürme bleiben bestehen. Landet der Würfel hingegen auf der Insel, ohne dass ein Turm zerstört wird, wird geprüft, ob bereits andere Würfel offen liegen, die das selbe Insekt auf der Oberseite zeigen. Man kann dann abwägen, welche Würfel man wie aufeinanderstapelt, um möglichst gut zu punkten. Ist man mit dem Wurf überhaupt nicht zufrieden, kann man auch zu einem zweiten Würfel und erneut sein Glück versuchen, wobei dieser zweite Wurf dann in jedem Falle gewertet werden muss. Je nachdem, wie hoch der Würfelturm ist, gibt es die entsprechende Zahl an Punkten, wobei es außerdem Sonderpunkte für bestimmte Gebiete gibt, auf denen der Turm steht. 

Dem Spiel liegt außerdem noch ein Einlegeblatt mit zwei weiteren Szenarien bei, sodass sich unterschiedliche Schauplätze ergeben, die den Grad an Abwechslung mit eigenen Bonusaktionen erhöhen. 

CHECKPOINT

PRO

  • abwechslungsreich
  • tolle Materialien
  • weitere Schauplätze inbegriffen


CONTRA

  • nichts für Grobmotoriker
  • Würfeltürme können versehentlich einstürzen

MEINUNG

„Jumpkins“ hat genau die richtige Mischung aus Action und Strategie, die ein abwechslungsreiches Familienspiel auszeichnet. Die umfangreiche Ausstattung mit den verschiedenen Absprunggeräten geht mit einem gewitzten Spielablauf einher, der vor allem Kinder im Grundschulalter sofort begeistert. Jeder möchte unbedingt mal die vier verschiedenen Möglichkeiten kennenlernen, die Jumpkins-Würfel ins Spiel zu befördern, und mehr als einmal ärgert man sich, dass das Lieblingsobjekt nicht mehr genutzt werden kann und nur noch die ungeliebte Blattrampe übrig bleibt, bei der ein Würfel gerne mal ins Aus kullert. Ganz klar: Der Moosschwamm hat sich in unseren Runden stets als bevorzugtes Absprunggerät entpuppt, was am lustigen Abprallverhalten liegt. 


Während jüngere Spieler meist munter drauflos experimentieren, finden ältere Heuschrecken-Fans schnell heraus, wie sich möglichst hohe Punktwertungen herausholen lassen. Zum Beispiel, indem man die Bonusfelder geschickt nutzt oder indem man versucht, bestehenden Würfeltürme nicht mit einem versehentlichen Treffer zum Einsturz zu bringen, sondern stehen zu lassen.


Gut gefiel uns die liebevolle Illustration, und dass dem Spiel zwei zusätzliche Einlegeblätter spendiert wurden, wodurch sich neue Schauplätze für die Insel ergeben. So kommen bei der Szenerie "Badetag" Bonuspunkte in Form von Handtüchern ins Spiel und beim "Rummelplatz" wird der Ameisenhaufen kurzerhand zum Glücksrad umfunktioniert, sodass hier zusätzliche Sonderpunkte winken. Für den hohen Grad an Abwechslung und die tollen Spielmaterialien vergebe ich an „Jumpkins“ daher sehr gute 8 Kultpunkte!

KULTFAKTOR: 8/10

Spielidee: 8/10
Ausstattung: 9/10
Spielablauf: 8/10

EUER REZENSENT

CHRISTOPH

Kinder- und Kennerspiel-Spieler, Stefan-Feld-Fan, Im-Sommer-in-jeden-See-Springer

Eine Rezension vom 08.01.2021

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: HUCH! / Hutter Trade
Weitere Fotos: Spielkultisten