REZENSION

DOT TO DOT

  • Genre: Denkspiel
  • Jahr: 2020
  • Verlag: moses. Verlag
  • Autor: Brett J. Gilbert
  • Grafik: Silke Klemt
  • Spieler: 1
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Dauer: variabel
  • Schwierigkeitsgrad: variabel
  • Initiativlevel: 10/10

Punkt, Punkt, Punkt

In diesem Solospiel müssen durchgehende Wege erschaffen werden, indem Punkte miteinander verbunden werden. 

REGELN

Im Spiel befinden sich eine Anleitung, sechs transparente Verbinder-Kärtchen und achtzig Aufgaben auf doppelseitig bedruckten Karten. Die Aufgaben sind in aufsteigenden Schwierigkeitsgraden sortiert.

Ist ein Spieler an der Reihe, wählt er eine Karte. Darauf findet er:
- die Aufgabennummer, unter der er einen Tipp und auch die Lösung im Anleitungsheft findet.
- die Nummern der benötigten transparenten Verbinder.
- der Aufgabenbereich.
- den Schwierigkeitsgrad (1-4).

Nun sollen die genannten Verbinder in den Aufgabenbereich eingesetzt werden.
 
Dabei gilt:
- Alle Punkte müssen in einer einzigen Linie verbunden werden.
- Es darf keine Abzweigungen oder freien Felder geben.
- Kein Verbinder darf einen anderen überlappen.
- Kein Verbinder darf in den pinken Rand ragen.

Hat der Spieler die Aufgabe gelöst, kann er zur Kontrolle die Lösung nachschlagen. Dann folgt die nächste Aufgabe.  

GALERIE: Klickt auf die Pfeile bzw. wischt die Fotos nach links oder rechts.

CHECKPOINT

PRO

  • interessantes Solorätseln
  • innovative Hilfestellung


CONTRA

  • rein abstraktes Spiel wird teilweise etwas trocken empfunden

MEINUNG

Ein neues Solospiel mit scheinbar neuem Mechanismus? Naja, die Verbinde-den-Weg-Thematik ist tatsächlich nicht neu. In "Katz &  Maus" von Smart-Games zum Beispiel wurden bereits vor einigen Jahren ebenfalls Wege im Alleingang verbunden - allerdings kindgerechter und mit der Möglichkeit von Weggabelungen und Kreuzungen. In "Dot to" Dot soll der Spieler genau den EINEN möglichen Weg finden. Der verläuft in genau einer Linie hin und her über das Spielfeld. Dabei sind Punkte sichtbar, die miteinander verbunden werden sollen. Die dafür nutzbaren Weg-Teile beinhalten Schrägen, Ecken und andere Formen, sodass es auch passieren kann, dass sich zunächst zwei unterschiedliche Wege entwickeln, die erst mit dem letzten Teil zusammengefügt werden. Überraschung, selbst das Offensichtliche erscheint nicht immer klar. 

Während die Aufgaben mit nur zwei zu verbauenden Teilen recht einfach sind, stehen mit sechs Wegstücken sehr viele Möglichkeiten zur Verfügung. Das Material besitzt dabei ein minimalistisches Design. Keine Schnörkel, keine Geschichte - klare Vorgaben und Herausforderungen, klare Lösungen. 

Als interessant wird von vielen Testspielern der Hilfestellungsbereich in der Anleitung empfunden. Hier gibt es für jeder Aufgabe genau eine weitere Information zum Weg, was die Möglichkeiten doch ein wenig dezimiert. Das zeigt zum einen, dass das Spiel tatsächlich eher als "schwierig" eingestuft wird, zum anderen aber auch, dass man im Notfall ja nachschauen kann, ohne gleich die ganze Lösung zu sehen. Das ist eine tatsächlich innovative Handhabung, die das Spielgefühl und damit auch die Motivation zum Weiterdenken hebt. Ich habe eine zweite Möglichkeit zum Sieg. Das gefällt. 

Das Material ist qualitativ gut und durchdacht. Auf den transparenten Weg-Teilen ist anfangs einseitig noch eine Folie, die problemlos entfernt werden kann (und auch sollte). Damit wird der zunächst noch etwas milchig-trübe Anblick der Teile kristallklar und schick. Ob man allerdings am Ende dann wirklich den Durchblick hat, zeigt sich erst nach der achtzigsten Aufgabe. Natürlich kann man sich auch zu zweit oder dritt kooperativ den Lösungen nähern, Diskussionen inklusive.

Fazit: "Dot to Dot" ist ein anspruchsvolles Punkte-Verbinde-Denkspiel für Erwachsene, das sich mit seinem Hilfe-Teil positiv durchzusetzen weiß.   

KULTFAKTOR: 7/10

Spielidee: 6/10
Ausstattung: 7/10
Spielablauf: 7/10

EURE REZENSENTIN

GABI

Immer-und-Überall-Spielerin, Spieleberaterin, Krankenschwester

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: moses. Verlag
Weitere Fotos: Spielkultisten