REZENSION

DIE VERLASSENE BIBLIOTHEK

  • Genre: Denkspiel
  • Jahr: 2019
  • Verlag: moses. Verlag
  • Autor: Leo Colovini
  • Grafik: Kreativbunker, Folko Streese
  • Spieler: 1 bis 4 
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Dauer: 60 - 75 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Taktiklevel: 10/10

Zahlenspiele

 

Ihr seid eingesperrt in der Bibliothek - doch durch das Lösen von Rätseln könnt ihr euch den Weg in die Freiheit bahnen ... 

REGELN

 Das Spiel besteht aus einigen Tipp-Karten (zu jedem Rätsel gibt es eine verschiedene Anzahl an Tipps, die weiterhelfen, sollte man bei einem Rätsel gar nicht weiterkommen), zwei Exit-Karten, achtzehn Schloss-Karten und achtzehn Rätsel-Karten.

Der Spielaufbau ist recht simpel. Die Tipp-Karten werden bereit gelegt und nur benötigt, wenn ein Weiterkommen nicht möglich ist. Sie sind jeweils mit einem passenden Symbol zur jeweiligen Rätselkarte versehen. Es gibt Rätsel mit nur einer Tipp-Karte, aber auch etwas kniffligere Rätsel bei denen man sich vier Tipps holen kann.

Die achtzehn Rätselkarten werden alle offen nebeneinander ausgelegt. Die Spieler können also direkt von Anfang an alle Rätsel sehen. Jedoch sehen sie nur den einen Teil der Rätsel. Zum Lösen wird aber auch der zweite Teil benötigt, der sich auf den passenden Schloss-Karten befindet. Vier offene Schloss-Karten werden ebenfalls auf dem Tisch bereitgelegt. Die beiden Exit-Karten werden als Stapel zur Seite gelegt. Diese werden erst benötigt, wenn die Spieler alle achtzehn Rätsel lösen konnten.

Das Spiel beginnt. Die Spieler versuchen gemeinsam oder parallel die Rätsel zu lösen. Dazu müssen sie erst einmal die passenden Pärchen finden. Immer eine Rätsel-Karte passt zu einer Schloss-Karte. Wurde das Pärchen gefunden, muss nun anhand der beiden Karten das Rätsel gelöst werden.

Das Schloss, das geknackt werden muss, wird auf der Schloss-Karte angezeigt. Es wird eine Zahlenkombination gefordert. Die Anzahl der Zahlen ist unterschiedlich und kann drei bis sechs Zahlen beinhalten. Das Rätsel ist immer mit den beiden jeweiligen Karten lösbar.
Wurden die Zahlen herausgefunden, werden diese laut angesagt und den Mitspielern ggf. die Lösung erklärt. Haben sich alle auf die Kombination geeinigt, werden die beiden entsprechenden Karten umgedreht und aneinandergelegt. Nun kann die Zahlenkombination geprüft werden. Hier lohnt es sich, dass nicht alle Spieler sofort die Lösung sehen, sodass bei einer falschen Lösung die anderen Spieler weiterraten können und vielleicht doch auf die richtige Kombination kommen.

Wurde das Rätsel gelöst, kann nun eine weitere Schloss-Karte aufgedeckt und bereitgelegt werden, sodass immer vier Schloss-Karten zur Auswahl bereitliegen. Die gelöste Rätsel-Karte kann aus dem Spiel genommen werden. Die dazu passende Schloss-Karte muss jedoch aufgehoben werden, da alle achtzehn Schloss-Karten zur Lösung der Exit-Rätsel benötigt werden.

Haben die Spieler alle achtzehn Rätsel gelöst, können sie sich nun an die Lösung der Exit-Karten begeben. Für die Lösung bzw. das Herausfinden der richtigen Zahlenkombination sind die Rückseiten der Schloss-Karten nötig. Wurde auch dieses Rätsel gemeistert, haben die Spieler das Ende des Spiels erreicht. 

GALERIE: Klickt auf die Pfeile bzw. wischt die Fotos nach links oder rechts.

CHECKPOINT

PRO

  • kann weitergegeben werden, da das Spielmaterial nicht zerstört wird


CONTRA

  • kein Bezug zum Thema
  • keine weiterführende Interaktion mit dem Material

MEINUNG

Mit der "verlassenen Bibliothek" springt nun auch der moses. Verlag auf den Hypetrain der Escape-Spiele ... zumindest möchte er dies ... Ob es ihm gelingt? Naja, also sagen wir so ... Es gibt mittlerweile verschiedene Arten von Escape Room-Spielen. Ganz bekannt dürfte die "Exit"-Reihe von KOSMOS sein, bei deren Spielen das Spielmaterial nur einmal verwendet werden kann, da es, auf dem Weg zur Lösung, (teilweise) zerstört und auseinander genommen werden muss. Dieses Flair ist einzigartig und kann mit wiederverwendbaren Spielen dieses Genres natürlich nicht erzielt werden. 

Nun gibt es aber auch bereits einige Escape-Spiele, wie z.B. "Deckscape", die eben nicht zerstört werden müssen. Der jeweilige Spieler kann sie zwar trotzdem nur einmal spielen, aber das Spiel kann dann weitergegeben werden und der nächste Spieler kann sich daran versuchen.

Nun steigt der moses. Verlag ins Rennen ein - mit einer Spielidee vom bekannten Autor Leo Colovini. Recht schnell merkt man: Das eigentlich atmosphärisch dargestellte Thema der verlassenen Bibliothek hat leider nichts wirklich mit dem Spiel zu tun. Also ja, die Rätsel- und Schloss-Karten sind Bücherregale, und der kurze Anfang mit "Ihr seid in einer Bibliothek - die Tür geht zu - versucht zu entkommen…" bringt einen in die Szenerie. Aber das war es dann auch schon. Sonst gibt es keine wirkliche Story. Die Rätsel sind allesamt Mathe-/ Zahlenrätsel. Keine wirkliche Abwechslung, auch wieder rein gar nichts auf das Thema bzw. die Story bezogen. Das ist echt schade.

Ich selber habe nun schon einige dieser wiederverwendbaren Escape-Spiele gespielt. Und auch wenn sie für mich persönlich eben definitiv nicht mit den "Exit"-Spielen (KOSMOS) mithalten können, bei denen man mit dem Spielmaterial interagieren muss, haben sie einen gewissen Reiz und können gut sein. "Die verlassene Bibliothek" macht ihre Sache leider nicht so gut. Das Spiel ist okay, ja, und für den Preis hat man einen gewissen Rätselspaß, aber wirklich überzeugen konnte mich dieser Titel nicht. 

KULTFAKTOR: 5/10

Spielidee: 5/10
Ausstattung: 6/10
Spielablauf: 7/10

EURE REZENSENTIN

DORO

Spielerin, Rätselfan, Familienmensch

Dieser Spieletest wurde unterstützt durch ein Rezensionsexemplar.

Bildnachweis:
Coverfoto: moses. Verlag
Weitere Fotos: Spielkultisten